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Blastozystentransfer

Transfer von Blastozysten

Unter einem Blastozystentransfer versteht man den Transfer von Embryonen, die sich in einem sehr fortgeschrittenen Entwicklungsstadium, dem sogenannten Blastozystenstadium, befinden. Dieses wird üblicherweise am fünften Tag nach der Eizellentnahme (Follikelpunktion) erreicht.

Nachdem der Arzt die Eizellen aus einem Eierstock entnommen hat, werden sie im Labor befruchtet, entweder durch eine normale In-vitro-Fertilisation (IVF) oder durch eine intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI).

 

Unmittelbar nach der Befruchtung beginnt eine Eizelle, sich zu teilen und zu einem Embryo zu entwickeln. Man unterscheidet die folgenden Entwicklungsstadien:

1. Tag: Vorkernstadium (befruchtete Eizelle: Pronucleus- oder PN-Stadium)

2. Tag: Zwei- bis Vierzellstadium

3. Tag: Achtzellstadium

4. Tag: Beerenstadium oder Morula

5. Tag: Blastozyste

 

Üblicherweise setzt der Arzt zwei bis drei Tage nach der Eizellentnahme einen oder mehrere der Embryonen in die Gebärmutter der Frau ein. Diesen Vorgang bezeichnet man als Embryonentransfer.

Heutzutage können sich Embryonen im Inkubator (Brutschrank) dank verbesserter Zellkulturmedien jedoch auch bis zum fünften Tag, also bis zum Blastozystenstadium, entwickeln (Blastozystenkultur).  Transferiert der Arzt solche weiterentwickelten Embryonen in die Gebärmutter der Frau, spricht man vom Blastozystentransfer.

Dieses Verfahren wird immer beliebter. Kann man am 2.–3. Tag zwischen vielen befruchteten Eizellen wählen, lohnt es sich, einige Tage zu warten, da sich die in diesem Stadium besten Eizellen nicht zwangsläufig zu besten Blastozysten entwickeln.

Der Blastozystentransfer ist auch dann angeraten, wenn man feststellen will, ob sich die befruchteten Eizellen aus diesem Stadium weiterentwickeln.

Vorteile eines Blastozystentransfers

Identifizierung von Embryonen mit Entwicklungspotenzial

Nur 20 bis 30 Prozent der befruchteten Eizellen entwickeln sich überhaupt zu Blastozysten. Erreicht ein Embryo dieses Stadium, ist eine höhere Einnistungswahrscheinlichkeit zu erwarten.

Der Zeitpunkt des Blastozystentransfers ist ideal

Wie bei einem Blastozystentransfer so erreicht auch bei einer natürlichen Schwangerschaft der Embryo erst etwa am fünften Tag nach der Befruchtung die Gebärmutterhöhle, wo er sich einnistet. Man geht davon aus, dass die Gebärmutterschleimhaut an diesem Tag besonders aufnahmefähig ist.

Wie hoch ist die Erfolgsrate bei einem Blastozystentransfer?

Die Schwangerschaftsrate bei einem Blastozystentransfer ist sehr hoch, genauer gesagt 7 % höher als im Vergleich zu einem Embryotransfer im frühen Entwicklungsstadium (2. oder 3. Tag) (Quelle: DIR Jahrbuch 2014). Sie liegt bei Frauen im Alter bis 30 Jahren zwischen 45 und 50 Prozent und bei Frauen im Alter von 30 bis 39 Jahre bei etwa 35–40 Prozent pro Transfer. Doch nicht für jede Frau bringt die Blastozystenkultur Vorteile. Unsere Ärzte werden mit Ihnen gemeinsam den für Sie besten Weg für den Transfer im Sinne einer „personalisierten, individuellen Versorgung“ festlegen, damit die für Sie bestmögliche Erfolgswahrscheinlichkeit erreicht wird.

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