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Fehlgeburt

Das Risiko einer Fehlgeburt bei der Kinderwunschbehandlung

Bis zu 25 % aller natürlichen Schwangerschaften enden als Fehlgeburt. Ein beträchtlicher Teil dieser Schwangerschaften endet in einem so frühen Stadium, dass die Frau häufig gar nicht bemerkt, dass sie schwanger gewesen ist.

Das Risiko einer Fehlgeburt während einer IVF- bzw. ICSI-Behandlung ist etwa gleich hoch. Der Grund hierfür ist das höhere Durchschnittsalter von Frauen, die aufgrund einer Kinderwunschbehandlung schwanger geworden sind anstatt einer natürlichen Empfängnis.

Ursachen für eine Fehlgeburt

Man nimmt an, dass der Körper eine Schwangerschaft automatisch beendet, wenn es zu Störungen bei den ersten Teilungen der befruchteten Eizelle kommt. Chromosomale Anomalien – d. h. Unregelmäßigkeiten in der Chromosomenzahl oder -struktur in den Zellen des Embryos – sind der häufigste bekannte Grund für Fehlgeburten.

Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten solcher Anomalien nimmt mit zunehmenden Alter der Frau deutlich zu, daher ist das Alter ein wichtiger Faktor für Fehlgeburten. Ab dem 35. Lebensjahr steigt das Risiko einer Fehlgeburt.

Die folgenden fünf Faktoren zählen ebenfalls zu den Auslösern wiederholter Fehlgeburten:

1. Hormonelle Ursachen:

Der weibliche Zyklus wird hormonell gesteuert – ein hormonelles Ungleichgewicht kann die Ursache für wiederholte Fehlgeburten sein. Bekannte Hormonstörungen sind z. B. das PCO-Syndrom und eine Schilddrüsenunterfunktion.

2. Immunologische Ursachen:

In seltenen Fällen ist die Ursache einer Fehlgeburt eine Fehlreaktion des mütterlichen Immunsystems auf den Embryo – das Immunsystem erkennt den Embryo als Fremdkörper und stößt ihn ab.  

3. Organische Ursachen

Fehlbildungen, Verwachsungen oder Myome der Gebärmutter erschweren das Wachstum des Embryos und lassen das Risiko einer Fehlgeburt ansteigen. Häufig ist bei Frauen mit Uterusanomalien die Fruchtbarkeit gestört, sodass eine Schwangerschaft möglicherweise gar nicht erst zustande kommt.

4. Thromboseneigung:

Bei Frauen mit einer Blutgerinnungsstörung kann es während der Schwangerschaft zu einer Durchblutungsstörung der Plazenta kommen. Durch die daraus resultierende Unterversorgung des Kindes kann es zu einer Fehlgeburt kommen.

5. Ungesunder Lebensstil:

Ein ungesunder Lebensstil, Rauchen und Passivrauchen sowie ein erhöhter Medikamentenkonsum können das Risiko eines Schwangerschaftsabbruchs steigern.

Die Entstehung menschlichen Lebens ist ein komplexer Prozess: Trotz weit fortgeschrittener Diagnostik ist es nicht immer möglich, eine eindeutige Ursache für wiederholte Fehlgeburten zu finden. 

Unsere erfahrenen Ärzte werden im Rahmen der Diagnostik die Möglichkeiten und Grenzen einer Kinderwunschbehandlung mit Ihnen besprechen und ihre Empfehlung für eine Behandlung aussprechen.  Wenn Sie beim Versuch, auf natürlichem Wege schwanger zu werden, wiederholt Fehlgeburten erlitten haben, kann eine Kinderwunschbehandlung die Lösung sein – vorausgesetzt, die Diagnostik kommt zu einem eindeutigen Ergebnis.

Fehlgeburten – Zahlen und Fakten  

  • Bei 20–25-Jährigen liegt das Risiko einer Fehlgeburt bei durchschnittlich 9 %.
  • Bei Frauen über 45-Jährigen beträgt das rund 75 %.
  • Rund 80 % der Fehlgeburten treten vor Ende der 12. Schwangerschaftswoche auf.
  • Das Risiko für eine Fehlgeburt ist höher, wenn eine Frau zuvor schon eine Fehlgeburt erlitten hat, und steigt proportional zur Anzahl der vorherigen Fehlgeburten an.
  • Nach WHO-Richtlinien werden alle Schwangerschaften, die bis Ende der 27. SSW enden, als Fehlgeburten bezeichnet. 

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