Herzlich Willkommen zum diesjährigen 6. Stork-Treffen.
Vielen Dank, dass ihr gekommen seid und einen Dank an alle MitarbeiterInnen, die das ganze arrangiert haben.
Karen und Nanna, die zusammen 4 Kinder haben, haben das aller erste Stork-Treffen, das wir 2005 im Café Alma auf Islands Brygge abhielten, arrangiert.
Deren Sohn fragte seine Mütter: Wer ist denn der Herr Stork? Und wie kam ich eigentlich zustande? Und so bekamen sie den Einfall, dass da gute Energie sein müsste, sich mit allen Kindern und Familien zu treffen, die keinen Vater im traditionellen Sinne haben. So dass sowohl Kinder als auch Erwachsene das Gefühl miteinander teilen können:
So toll, wir sind ja ganz schön viele Familien in vielen Farben, die ein wenig anders leben, und trotzdem unterscheiden wir uns nicht so viel von anderen Familien.
Wie ist es denn eigentlich, ohne einen gewöhnlichen Vater in der Familie zu leben? Es ist natürlich anders. Und was sagt ihr Kinder dazu, je älter ihr werdet?
Es gibt viele, die sich um uns Sorgen gemacht haben. Und viele haben untersucht, wie ein Kind nach einer Donorinsemination aufwächst. Bis jetzt ist es mir nicht gelungen, auf andere als ermunternde Untersuchungen zu stossen.
Unter uns… Das wussten wir doch genau…! Ich habe immer bei allen Frauen, die ich zum Inseminieren in der Stork-Klinik getroffen hatte, ein inneres Licht an den Glauben daran erahnen können, dass sie das hier, auf gleicher Ebene wie ihre Mitschwestern, die mit Mann und Hund usw. dasitzen, hantieren können.
Durch die Überlegungen und Selbstreflexionen, die ihr Frauen in Gesprächen in der Klinik mit mir geteilt habt, habe ich immer auch eine weibliche Urstärke gemerkt, wenn der Entschluss endlich gefasst war. Eine sensible Urstärke, die Frauen mit Kindern durch Jahrtausende hindurch auch besessen haben, wenn die Männer auf die Jagt gingen, auf der Arbeit waren, im Krieg … oder einfach weg waren.
Jetzt gibt es auch vornehme Forschungsergebnisse, die dies bestätigen. Sehr schön!
Eine neue Untersuchung vom Januar diesen Jahres, vorgenommen von der Cambridge Universität, hat ihren Focus auf selbstgewählte Single-Mütter gestellt. Man hat dabei 3 Gruppen verglichen von Familien mit 20-36 Familien in jeder Gruppe, nämlich jeweils Familien mit Kindern von selbstgewählten alleinestehenden Müttern, Familien mit Kindern geboren von lesbischen Paaren und Kindern geboren von traditionellen Frau/Mann Paaren.
Diese zeigt, dass Single-Mütter weniger ernsthafte Meinungsverschiedenheiten mit ihren Kindern erleben. Und, - sehr spannend, die Kinder mehr konsequent, als es die lesbischen und traditionellen Mütter tun, erziehen.
Am Ende der Pubertät sind die jungen Menschen von alleinstehenden, selbstgewählten Müttern genauso froh über ihre Mutter, als wie Junge aus traditionellen Familien. Junge Menschen von Single- und Lesbenmüttern sind ausserdem weit weniger Depressionen unterworfen, haben einen geringeren Alkoholverbrauch, haben weniger Angst und zeigen nur geringere Feindseligkeit auf als junge Menschen aus traditionellen Familien. Kinder von alleinstehenden und Lesben haben obendrein ein höheres Ausbildungsniveau als die Kontrollgruppe von Kindern, die in ”gewöhnliche” Familien hineingeboren wurden.
Diese Tendens, die von einer anderen dänischen Untersuchung bestätigt wird, zeigt dass adoptierte Kinder von selbstgewählten Single-Müttern ebenso gut oder genauso gut abschneiden, wie adoptierte Kinder, die bei einem Vater oder einer Mutter leben.
Wir haben Informationen und ein Resumé der Untersuchungen auf die Tische zum Mitnehmen und zum Weiterdiskutieren ausgelegt.
Es ist super schön und sehr gut einen lieben Vater zu haben, das wollen wir nicht bezweifeln. Aber es ist ein Mythos, zu glauben, dass es eine Garantie dafür ist, eine gute Kindheit zu bekommen, wenn man einen Vater hat.
Es ist ja nicht gleichzusetzen damit, dass alles immer schön und idyllisch wäre, Kind einer Single-Mutter zu sein, oder lesbische Eltern zu haben. Wir erleben, wie in allen anderen Familien auch, Probleme und Herausforderungen. Das wissen wir doch!
Aber es ist so schön das bestätigt zu bekommen, was viele Frauen vor der Insemination gefühlt und mit uns geteilt haben:
”Wenn es uns gelingt schwanger zu werden, wird dies ein wunderbares Erlebnis werden.”
Dieser Power und diesem Selbstvertrauen können wir heute in einem grossen Saal, voll von wunderbaren Kindern, begegnen.
Und euch Kindern kann ich nur nochmals sagen: ihr könnt euch sehr erwünscht und sehr, sehr geliebt fühlen. Und jetzt ist es auch wissenschaftlich bewiesen, dass höchstwahrscheinlich ein schönes Leben auf euch wartet.
Denkt daran, Kinder und Erwachsene: wenn ihr heute Lust habt mit jemandem hier zu reden, dann steht auf und tut es. Auf den Tischen findet ihr Bleistift und Papier zum Austausch von Namen und Adressen.
Alle eure Namen und Mailadressen liegen auf dem Computer hier. Ihr könnt uns eine Mail schicken und die ganze Adressenliste in der nächsten Woche bekommen, wenn es einen Kontakt gibt, den ihr vertiefen möchtet. Gibt es einige, die nicht auf der Liste stehen wollen, dann kommt und teilt dies Julie, Lilian oder mir heute mit.
Ich hoffe, dass wir einen schönen Tag heute bekommen werden, der voll schöner Erinnerungen in unserem Gedächtnis bleibt! Nutzt den Tag, um einander offen und neugierig begegnen und miteinander reden zu können.
Daher möchte ich euch darum bitten, jetzt 2 zu wählen, die ihr nicht kennt und euch einander vorzustellen und zu erzählen, woher ihr kommt und wer ihr mit euren Kindern seid. Dafür bekommt ihr jetzt zehn Minuten.
Vielen Dank, Nina Stork
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